1. Challenge Julia & José

Den Wandel nähren – Evolución Agrícola – ¡Alimenta el Cambio!

Ort und Datum

Ecuador, Oktober 2017

Themen: Landwirtschaft, Soziales, Gesundheit, Wirtschaft, Nachhaltigkeit, Active Citizenship

Einleitung

Hast du jemals darüber nachgedacht welche Geschichte die Tomate hat, die du gerade in deinem Sandwich isst? Wer hat diese Tomate angeflanzt, gegossen, Unkraut gejätet, geerntet, gewaschen, verpackt? Unter welchen Bedingungen arbeitet diese Person? Wie viele Stunden täglich arbeitet sie und wie viel bekommt sie bezahlt? Welchem Gesundheitsrisiko setzt sich dieser Mensch für dich aus? Stammt diese Tomate von einer genmanipulierten Pflanze? Mit welchem Chemikalien wurde deine Tomate behandelt und sind diese nun auch in deiner Tomate? Inwieweit schädigen diese Chemikalien deine eigene Gesundheit? Um wie viel verkaufen die LandwirtInnen ein Kilo Tomaten und um wie viel kauftst du es im Supermarkt? Wer verdient an dieser Tomate?

Diese Frage und noch viel mehr haben wir uns in der letzten Woche gestellt, als wir während unseres „workaway“ Aufenthalts auf einer konventionellen Tomatenplantage in Ecuador arbeiteten. Wir sind gerade bei Monica und Holger auf ihrem Bauernhof, wo Tomaten und Babacos produziert werden. Wir haben viel mit den beiden darüber gesprochen wie sie ihre Landwirtschaft betreiben.

Das haben wir bis jetzt dabei rausgefunden: www.youtube.com/watch?v=tWLE-ZH8j28

Wir brauchen eure Hilfe!!

Die Verpackungen von verschiedenen Chemikalien in den Gewächshäusern haben bei uns viele Fragen aufgeworfen und wir würden uns freuen wenn ihr uns bei der Suche nach Antworten helfen könntet. Wir haben hier kein gutes Internet.

Was ist der Unterschied zwischen Pestiziden und Pflanzenschutzmittel und Herbiziden?

  • Recherchiere für welchen Zweck die folgenden Chemikaliengruppen in der Landwirtschaft angewendet werden:

Düngemittel – Pestizide  – Pflanzenschutzmittel – Insektizide – Fungizide – Herbizide

  • Strukturiere deine Ergebnisse und stelle sie z.B. in einer Mind Map graphisch dar, damit wir einen besseren Überblick über die ganzen Begriffe bekommen.

Im Gewächshaus haben wir alle Inhaltsstoffe aller Verpackungen zusammengeschrieben und bitten euch um Folgendes:

Könnt ihr herausfinden welche Schäden diese Stoffe bei Menschen, Tieren und Pflanzen auslösen können? Wir wollen erforschen, welche Krankheiten in dieser Region von dem Gebrauch dieser Chemikalien stammen könnten:

bild_chemie

  • Chlorpyfos
  • Cypermethin
  • Xylene
  • Mancozeb
  • Dimethomorph
  • Pentoxido de Fosoforo
  • Clorfenapir

Wenn du dein Gemüse wäscht oder schälst, sind dann die Chemikalien weg?

  • Informiere dich in dem Video der European Food Safety Authority (2016) zum Thema „What are pesticides and do they get into our food?“ und stelle auf euer Mind Map graphisch dar, wie diese Chemikalien auf deinen Teller kommen können.

Link: www.efsa.europa.eu/de/topics/topic/pesticides

Sind diese Chemikalien auch auf und in dem Gemüse, das du im Supermarkt kaufst?

  • Recherchiere welche dieser Substanzen gemäss der EU-Richtlinien in Europa erlaubt sind.

Link: ec.europa.eu/food/plant/pesticides/approval_active_substances_en

Wir wollen was ändern! Ihr auch?

Wir können einfach nicht fassen, dass so viele Chemikalien hier verwendet werden, welche die Gesundheit von so vielen Menschen gefährden. Dieser Kurzfilm hat uns sehr motiviert aktiv zu werden: Wissen ist Macht (2 Minuten: www.youtube.com/watch?v=vTSWJCHjDkc  )

Habt ihr Ideen was ihr vor Ort tun könnt, mit all dem Wissen, dass ihr nun über die Situation habt?

z.B. Verfassen eines politischen Plädoyers auf Spanisch für das Verbot von konkreten Chemikalien in der Landwirtschaft.

Wie sollen wir aktiv werden?

Eure Entscheidung ist gefragt!! Was sollen wir tun?

  1. Sollen wir Leute in Baños interviewen und sie nach deren Vorlieben gegenüber den Eigenschaften von Tomaten befragen und die Hintergründe dieser Vorlieben rausfinden?
  2. Sollen wir Bauern und Bauerinnen in der Gegend befragen ob es Krankheitsfälle gibt, welche im Zusammenhang mit den in der Landwirtschaft eingesetzten Chemikalien stehen könnten?

Schickt uns bis nächste Woche eure Antwort mit

  • Eurer Entscheidung zur Sustainability Challenge
  • Allem was ihr bei den Recherchen und Diskussionen etc. rausgefunden habt

Das haben wir in der Zwischenzeit noch rausgefunden:

Monica und Holger haben uns erzählt, dass sie mit genmanipulierten Pflanzen arbeiten, die sie gemeinsam mit den Düngemitteln sowie Pflanzenschutzmittel von AgraringenierInnen kaufen. Die Pflanzen als auch diese chemischen Produkte stammen von grossen Konzernen. Auch alle Nachbarn haben die gleichen Pflanzen.

Die Pflanzen sowie die chemischen Produkte, die nur in Kombination gekauft werden können, weil die Pflanzen andernfalls nicht wachsen oder krank werden, fordern grosse Investitionen von den LandwirtInnen. Die Preise der Tomaten am Markt variiert allerdings sehr stark. Bei einer Kiste Tomate schwankt der Preis je nach Saison und Nachfrage zwischen 5$ und 20$. Somit tragen die Bauern und Bäuerinnen das gesamte finanzielle Risiko, weil die Investition immer gleich bleibt. Als Holger früher noch keinen eigenen Bauernhof hatte, arbeitete er 12h fünf Tage die Woche am Feld bei Bauern in der Gegend und verdiente 1$ pro Stunde.

Monica erzählt uns, dass ihre Eltern früher die Tomaten noch selber mit den fruchteigenen Samen reproduziert haben. Damals haben sie keine chemischen Dünge- und Pflanzenschutzmittel verwendet doch ihre eigenen Pflanzen waren weniger krankheitsanfällig, sagt Monica. Damals waren die Tomaten kleiner, hatten verschiedene Farben und Formen und insgesamt konnten sie nicht so viel produzieren wie heute. Dafür waren die Investitionen gering, da sie das Saatgut selber herstellten und ohne chemische Produkte arbeiteten.

Vorschlag für Stunde 2 (siehe PDF Umsetzungsvorschlag für ausführliche Beschreibungen)

Viele Infos auf einmal…

Wie könnte das alles zusammenhängen? Wer hat Vorteile, wer Nachteile von diesen Entwicklungen? Wer verdient hier an den Tomaten?

  • Wir haben die folgende Grafik gefunden. Sie könnte hilfreich sein die gefunden Infos in einen Kontext zu setzen:

Vorschlag für Stunde 3 (siehe PDF Umsetzungsvorschlag für ausführliche Beschreibungen):

Wer bestimmt die Landwirtschaft?

Holger und Monica haben uns erzählt, dass sie zwar gerne biologisch produzieren würden, dass es allerdings keine Nachfrage biologischer Produkte gibt. Würden sie auf biologische Tomaten umsteigen, bedeutet das für sie mehr Arbeit und weniger Ertrag pro Fläche. Darüber hinaus müssten sie diese Tomaten unter (?!!!) dem Preis der konventionellen Tomaten verkaufen, weil die Menschen ganz bestimmte Vorlieben haben:

„Die Menschen wollen grosse, rote, reife und harte Tomaten kaufen.“

Aus diesem Grund gibt es in dieser Gegend keine Bio-Landwirtschaften. Denn diese Eigenschaften sind auf natürlichem Wege leider nicht erreichbar. Deshalb werden hier neben Düngemitteln, chemische Mittel eingesetzt, welche die Tomaten gross und rot machen, sie zwar reif jedoch nicht weich werden lassen.

Doch warum haben die Menschen so unnatürliche Vorlieben? Und woher kommen sie?

  • Stellt in Kleingruppen so viele Theorien wie möglich darüber auf, wie diese Vorlieben entstanden sein könnten und wer von diesen Vorlieben profitiert.

Können sich diese Vorlieben verändern? Wie könnten wir das anstellen?

  • Wir freuen uns über eure Vorschläge, wie wir die Menschen hier auf die Konsequenzen ihrer Vorlieben aufmerksam machen könnten!

Wir sind auch gespannt was eure Reflexionsbögen 1 und 2- vorher und nachher – ergeben.

 

 

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